Sozialunternehmer-News

Mal wieder: Gesammelte Neuigkeiten aus der Welt der deutschen Sozialunternehmerszene. Ausschreibungen, Veranstaltungen, Publikationen.

Ausschreibungen

Ausschreibung bis 15.04.2013: „Act for Impact“

Ausschreibung bis 31.03.2013: „Kultur- und Kreativpiloten“

Ausschreibung bis 31.07.2013 „Darboven IDEE-Förderpreis“

Ausschreibung „Ben & Jerry’s Social Entrepreneur Competition“

Veranstaltungen

15.-16.03.2013, Valendar: Konferenz „SensAbility – Investition: Mut. Gewinn: Menschlichkeit“

27.02.2013, Berlin: Multistakeholder-Konferenz „Förderung und Verbreitung von sozialen Innovationen in Deutschland“

1.-3.03.2013, Berlin: „Werkstatt soziales Unternehmertum“

22.04.2013, Wiesbaden: Konferenz „European Social Business Forum“

30.08.-01.09.2013 (verschoben!): Konferenz „Vision Summit EduAction – Lernkultur Potenzialentfaltung“

Publikationen

Müller, Susan; Rüede, Dominik; Lurtz, Kathrin; Kopf, Hartmut; Russo, Peter 2013: „Deutschland 2030: Herausforderungen als Chancen für Soziale Innovationen“

Thomas Friemel und Felix Oldenburg 2013: „Vom Planetensystem zum Ökosystem – Finanzierungen für Sozialunternehmer neu denken“

Stephan A. Jansen 2013: „Sozialunternehmen in Deutschland: Analysen, Trends und Handlungsempfehlungen“ (ab ca. März)

Wirtschaftswoche: „Warum Sozialunternehmen unterschätzt werden.“

Welt: „Jedem Dritten geht ein sinnvoller Job vor Karriere“

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Talente gesucht – Der soziale Stellenmarkt ist in Bewegung.

Der Markt für die Vermittlung von „sinnvollen“ Jobs und freiwilligen Engagements ist in Bewegung. Talente für soziale Projekte und Unternehmen zu finden ist oft schwer. Gleichzeitig streben scheinbar mehr Menschen nach Sinnhaftigkeit in ihrem Berufsleben bzw. wollen sich kurzfristig sozial engagieren. Einige neue Angebote greifen diese Entwicklungen auf:

Im Bereich der Jobvermittlung ist z.B. gerade talents4good.org an den Start gegangen und ergänzt mit seinem Vermittlungsangebot bestehende Jobbörsen. Diese bieten vielfach reine Übersichten mit „sinnvollen“ Jobs – teilweise mit fachlichen Schwerpunkten und auch mit unternehmerischem Hintergrund – wie z.B. stiftungen.orgsozialeberufe.destellenmarkt-sozial.deoekojobs.degreen-jobs.de,  nachhaltigejobs.desneep oder auch beim Heldenrat in der Rubrik „Jobs mit Sinn“. Selbst weniger themenspezifische Jobbörsen bieten mitunter solche Angebote in den entsprechenden Rubriken, wie z.B. bei ZEIT Onlinekimeta.de oder Monster.de. Auch wenn bei letzteren teilweise – nun ja – fragwürdige Angebote den Weg in die Liste sozialer Jobs finden ;-:

Jobsuche

Im Bereich des Volunteerings zeigt sich talentspender.org nach der Fusion mit wirkunghochn mit vergrößertem Team. Die Spendenplattform Betterplace erweitert ihr Angebot gerade um die Möglichkeit der Zeitspenden. Andere – teilwiese junge – Angebote wie z.B. Sozialer FunkeServe the CityFreizeit-Heldengutetat.deVodafone World of Difference, die ZivicloudHometown Glorychariteam oder re.frame schaffen – neben den etablierten Freiwilligenagenturen und ihren Online-Angeboten – zusätzliche Möglichkeiten der Vermittlung zwischen sozialen Organisationen und Freiwilligen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Markt entwickelt und welche Angebote dauerhaft bestehen bleiben. Eine Entwicklung, die sicher genauso spannend verlaufen wird wie vor einigen Jahren der Boom der Spendenplattformen hierzulande.

Chancen und Risiken von Social Business

Auf dem fundraising2.0 Camp vergangene Woche in Köln habe ich mit ca. 20 TeilnehmerInnen eine Runde zur Frage „Chancen und Risiken von Social Business“ moderiert. Ergebnis der Diskussion war, dass darin durchaus eine Ergänzung zu reinem Spenden-Fundraising gesehen wird und darin auch Innovationspotentiale stecken können. Gleichzeitig waren einige TeilnehmerInnen skeptisch, ob die wirtschaftliche Ertragsraft im sozialen Sektor groß genug ist und ob mit Social Business nicht lediglich „Luxusprobleme“ angegangen werden. Deutlich wurde auch ein mindestens zweigeteiltes Verständnis von Social Business: Einige TeilnehmerInnen verstanden darunter, den eigenen Broterwerb mit sozialem/ökologischem Sinn zu verbinden. Andere sahen bei Social Business das Bestreben nach einer sozialen Problemlösung im Zentrum, das jedoch mit einer anderen, womöglich nachhaltigeren Art der Finanzierung verknüpft wird.

Ich hatte Social Business als ein mögliches Mittel im Fundraising-Mix eingeordnet – unser kurzer Input dazu findet sich hier:

Soziale Innovation in Europa

Dass das Thema „Soziale Innovation“ mittlerweile auch auf Europäischer Ebene zu einem Schwerpunktthema geworden ist, haben wir hier an der ein oder anderen Stelle ja bereits beschrieben. Daher hier eine kleine Sammlung weiterer Links zum Thema:

– Auf www.socialinnovationeurope.eu wurde eine informationsreiche Plattform eingerichtet, die dem Austausch und der Vernetzung relevanter Akteure auf dem Feld sozialer Innovationen dienen soll.

– Mindestens zwei Forschungsprojekte untersuchen derzeit im europäischen Vergleich Inhalt und Bedeutung sozialer Innovationen: INNOSERV (Social Services Innovation) und WELCO (Welfare innovations at the local level in favor of cohesion).

– Noch bis 31.01.2013 können im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms „Social entrepreneurship for innovative and inclusive societies“ Anträge für Forschungsvorhaben gestellt werden, die die Rolle von Social Entrepreneurship im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Kontext ausleuchten oder mögliche Struktur- und Organisationsformen genauer untersuchen.

– Unter dem Titel „Strengthening social innovation in Europe“ liegt seit kurzem eine Publikation der Europäischen Kommission vor, die sich insbesondere mit Auswahl und (Wirkungs)Messung sozialer Innovationen beschäftigt.

– Bis zum 21.12.2012 können Bewerbungen für die besten innovativen Ansätze zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder Veränderungen am Arbeitsplatz bei der „European Social Innovation Competition“ abgegeben werden.

– In der nächsten Woche, am 17./18.12.2012 findet in Berlin eine europäische Arbeitskonferenz mit dem Titel „Neue Spielräume oder neue Beschränkungen? Soziale Innovation und Anbieter von sozialen Dienstleistungen in Europa“ statt.

– Einen guten Einblick in das Thema Soziale Innovation auf Europäischer Ebene bietet der Newsletter 01/2012 der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa mit dem Schwerpunkt Soziale Innovation. Weitere Informationen finden sich auch auf der Website der Beobachtungsstelle.

– Nicht zuletzt bietet ein kleiner Film der Europäischen Kommission mit drei Beispielen gelungener Sozialer Innovation in Europa auch etwas für’s Auge:

Social_Innovation_EU_Film

Kleine Anfrage im Bundestag: Stand der Sozialunternehmerförderung

Interessante Einblicke in den Stand der Förderung von Sozialunternehmertum durch die Bundesregierung bietet deren aktuelle Antwort auf eine kleine Anfrage zum Thema im Bundestag.

– Erwartungsgemäß zeigt sie sich zufrieden mit dem Stand des KfW-Förderprogramms, das bislang zwei Sozialunternehmer in Anspruch genommen haben.

– Aktuell fördert die Bundesregierung außerdem derzeit ausweislich der Antwort vier Projekte als Modellvorhaben mit insgesamt 4,8 Mio EUR von 2010-2014: wellcomeiq consultViolence Prevention Network und Arbeiterkind.de, wobei die zukünftigen Mittel tw. nach Projektfortschritt vergeben werden.

– Die – ursprünglich für Herbst 2012 angesetzte – Multistakeholderkonferenz zur Förderung von sozialen Innovationen und Sozialunternehmern soll nun in der ersten Jahreshälfte 2013 stattfinden. Als relevante Themen für die Nachverfolgung werden „Personal und Talente, soziale Innovationszentren, Wirkungstransparenz, Innovation in und Kooperation mit der Freien Wohlfahrtspflege, innovative Finanzierungsinstrumente sowie Transfer/Skalierung von wirksamen Ansätzen“ genannt und sollen auf o.g. Konferenz „prominent“ behandelt werden.

– Auf die Frage nach dem über das KfW-Programm hinausgehende Konzept zur Förderung von Sozialunternehmen antwortet die Bundesregierung mit der Konzentration auf die Themen wirkungsorientierte Berichterstattung, soziale Gründungs- und Innovationszentren und die Kooperation mit der Freien Wohlfahrtspflege. Außerdem verweist sie auf die Unterstützung sozialunternehmerischer Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit. Ein weiterer Bezug zu den für die Multistakeholderkonferenz darüber hinausgehenden identifizierten Themen findet sich nicht.

– Am Rande liefert die Antwort auch ein überraschend eindeutiges Verständnis von Sozialunternehmertum, indem sie die Absicht der Bundesregierung „diese Form des Engagements, es von der Berufung zum Beruf zu machen“, unterstreicht.

Es liegt auf der Hand, dass nicht alle politischen Akteure mit dieser Antwort zufrieden sind. So kommentiert MdB Ulrich Schneider (Bündis 90/Die Grünen) neben der fehlenden Gesamtkonzeption u.a. die Unschärfe der der Förderung zugrundeliegenden Kriterien, den unklaren Beitrag der geförderten Projekte zur Entwicklung der identifizierten Schwerpunktthemen sowie das scheinbare Fehlen einer Bereichsübergreifenden Planung:

„In der Antwort auf unsere Kleine Anfrage wird nicht deutlich, welche Gesamtkonzeption hinter der Förderung von Sozialunternehmen steckt und welche Ziele die Bundesregierung damit verfolgt(…) Was ist hier konkret das Sozialunternehmerische? (…) Die in der Kleinen Anfrage aufgeführten Projekte machen nicht deutlich, wie das BMFSFJ in diesen Projekten die Themen „wirkungsorientierte Berichterstattung, soziale Gründungs- und Innovationszentren und die Kooperation mit der Freien Wohlfahrtspflege“ (vgl. S.14) tatsächlich voranbringen will. (…) Eine Absprache mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) oder dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) scheint es nicht gegeben zu haben, obwohl Ende 2010 das BMAS eine sogenannte „Nationale CSR-Strategie“ beschlossen hat.(…) Eine einheitliche, resourcen-übergreifende Planung und Konzeption scheint es nicht zu geben.“

Unabhängig von dieser Bewertung ist sicherlich zu wünschen, dass der politische Diskurs über Ziele, Maßnahmen und Erfolge der Förderung von Sozialunternehmertum stärker in der Öffentlichkeit stattfindet und auch von den berichterstattenden Medien besser transportiert wird.

Zur vollständigen Antwort auf die kleine Anfrage geht es hier.

Social Entrepreneurship-News

Zum Thema Social Entrepreneurship gibt es wieder einige neue Fundstellen im Internet zu vermelden. Here we are:

– Am 5. Juni hat die neu errichtete Expertengruppe der EU zum sozialen Unternehmertum getagt. Hier gibt es das dazugehörige Protokoll und die einzelnen Beiträge der einzelnen Teilnehmer.

– Die Seite social-startups.de versucht, soziale Geschäftsmodelle zu sammeln und darzustellen. Nicht nur wegen der Namensgleichheit zum frühen Heldenrat (als wir noch social startup hießen) einen Blick wert.

oursocialinnovation.org sammelt im Rahmen von ca. 4-wöchigen „challenges“ Ideen der Netz-Community zu Fragestellungen sozialer Projekte. Aktuell geht es um die Frage, wie Charity Shopping im Internet populärer gemacht werden kann. Eigentlich eine machtvolle Idee, aber leider etwas schwach frequentiert.

– Schon einige Tage her ist ein Radiobeitrag auf Deutschland Radio zu Social Business. Wie es bei solchen Beiträgen üblich ist, wird die Sache sehr allgemein behandelt. Als Einstieg aber nicht schlecht und leicht zu hören.

– An der Uni Kiel angesiedelt ist yooweedoo, eine Plattform für junge changemaker. Gut geeignet zur Vernetzung und Information von und über soziale(r) Projekte. Lesenswerter Blog.

– Noch bis 31.01.2013 sind Forschungsanträge zum Thema „Social entrepreneurship for innovative and inclusive societies“ bei der Europäischen Union möglich. Die Förderung umfasst maximal 2,5 Mion EUR pro Projektantrag, an dem mindestens drei Partner aus drei Ländern beteiligt sein müssen. Zur Ausschreibung geht es hier.

 

Heldenrat-Vorträge zu Social Entrepreneurship und CSR

Werbung in eigener Sache – mit zwei Vorträgen zu Social Entrepreneurship und CSR treten wir in den nächsten beiden Wochen auf:

– Am 20.09. referieren wir  an der Nordakademie Elmshorn zum Thema Social Entrepreneurship und Sozialunternehmertum (Link).
– Am 27.09. nehmen wir am Gesprächskreis Nord für Bürgerengagement des Julius Leber Forums in Hamburg zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement und Corporate Social Responsibility von Unternehmen“ teil (Link).

Wir freuen uns auf die Veranstaltungen und sind gespannt auf den Dialog mit den Teilnehmern.